Vögel sind wahrlich schöne Tiere. Sie sind faszinierend und leben in unserer unmittelbaren Nähe. Sie Nisten an unseren Gebäuden und suchen ihre Nahrung in unseren Gärten. Wir können lange Reisen machen, um sie in exotischen Gegenden zu beobachten oder einfach nur aus unserem Fenster schauen… Vögel sind einfach zu finden und lustig zu beobachten. Vögel sind wahrscheinlich die beliebteste Gruppe von wild lebenden Tieren auf unserem Planeten. Ihre Allgegenwärtigkeit, Farbenpracht, intelligenten Handlungen und frechen Angewohnheiten machen sie bei uns allen beliebt. Mann muss sie einfach gern haben. ?xml:namespace>
Es leben geschätzte 300 Milliarden Vögel aus rund 10'000 Arten auf der Erde. Dies ist nur ein kleiner Teil im Vergleich zu den Vögeln, die seit dem Zeitalter der Dinosaurier auf der Erde gelebt haben. Ab und zu werden heute in ganz abgelegenen Gegenden noch neue Arten entdeckt. Rund 150'000 Arten konnten aber nur aus Fossilfunden belegt werden, was aufzeigt, dass ein Grossteil der Vogelarten heute ausgestorben ist. Vögel gibt es auf allen Kontinenten von den Polen bis zum Äquator sowie in oder über allen Seen, Ozeanen und Inseln.
Der wildlebende Vogel, der am häufigsten vorkommt, ist der Blutschnabelweber (Quelea quelea) in Afrika. Der häufigste Vogel überhaupt ist aber das Haushuhn, das vom Bankivahuhn (Gallus gallus) abstammt und in vielen Formen gezüchtet wurde. Es ist zu befürchten, dass die wildlebende Form des Bankivahuhns inzwischen ausgestorben ist. Der am weitesten verbreitete Wildvogel ist wahrscheinlich der europäische Haussperling (Passer domesticus), der durch europäische Siedler überall in die Welt transportiert wurde. Auf zwei Dritteln der Landflächen kann diese Art inzwischen beobachtet werden, unter anderem in Europa, Nordamerika, Australien, Neuseeland und Indien.
Die Grösse der Vögel kann auf drei Weisen gemessen werden: durch das Gewicht, die Grösse oder die Flügelspannweite. Die Rekorde liegen bei folgenden Arten:
- Der schwerste Vogel: der ausgestorbene Dromornis stirtoni aus Australien, auch als Donnervogel bekannt. Dieser flugunfähige Gigant lebte vor 6 bis 8 Millionen Jahren und war fast 3 Meter gross. Er brachte es auf ein Gewicht von 500 kg. Der etwa gleich grosse Riesen-Moa (siehe unten) aus Neuseeland wog nur etwa die Hälfte davon.
- Der grösste Vogel: Dinornis giganteus gehört zu den Moas, die früher in Neuseeland vorkamen. Er erreichte eine Grösse von über 3 Metern und wog bis 250 kg. Die Untersuchung von Fossilfunden hat ergeben, dass Moas 10 Jahre brauchten, um ihre ausgewachsene Grösse zu erreichen. Darin unterscheiden sie sich stark von den heute lebenden Vögeln, die ihre volle Körpergrösse in der Regel nach einem Jahr erreicht haben, sogar die grossen Strausse.
- Die grösste Flügelspannweite: wieder ein ausgestorbener Vogel, diesmal aus Südamerika, hält den Rekord des grössten flugfähigen Vogels mit der grössten Flügelspannweite. Der Geierähnliche Argentavis magnificens hatte eine Flügelspannweite von mindestens 6m und erreichte vielleicht sogar 7,5 m.
- Der kleinste Vogel: als kleinster Vogel gilt die Bienenelfe (Mellisuga helanae). Dieser winzige Vogel gehört zu den Kolibris und misst gerade einmal 5.7 cm. Sein Gewicht beträgt weniger als 2 Gramm. Die kürzesten Flügel und die kleinste Körpergrösse sind keine sehr geeigneten Masse, da sie überproportional beeinflusst werden durch die Flugfähigkeit oder nicht und/oder die Schnabellänge. Ein anderer Anwärter zum kleinsten Vogel ist die Hummelelfe (Chaetocercus bombus) aus Südamerika, die ebenfalls zu den Kolibris gehört. Beide Arten können sehr gut fliegen. Der kleinste flugunfähige Vogel ist die Atlantisralle (Atlantisia rogersi). Sie erreicht eine Körpergrösse von 12.5 cm und ein Gewicht von 35 g. Dieser schöne kleine Vogel kommt nur auf den Tristan da Cunha Inseln vor (südlicher Atlantik).
- Anzahl der Federn: es ist sicher eine mühsame Arbeit, aber manche Personen haben sich effektiv die Zeit genommen, die Anzahl Federn von unterschiedlichen Arten durchzuzählen. Welche Art hat die wenigsten Federn? Diese Auszeichnung geht an den Rubinkehlkolibri (Archilochus colubris), der 940 Federn besitzt. Der Vogel mit den meisten Federn ist der Schwan mit rund 20'000.
- Lebenserwartung: Wie lange leben Vögel? Überleben ist ein harter Job für Vögel. Das Leben birgt viele Gefahren, seien sie natürlichen Ursprungs oder durch den Menschen gemacht. Beringungen haben aufgezeigt, dass die meisten Vögel schon in ihrem ersten Lebensjahr umkommen. Sie erlauben aber auch Rekorde aufzustellen. So lebte ein Kanadareiher (Ardea herodias) 23.25 Jahre, eine Kanadagans (Branta canadensis) 23.5 Jahre, ein Blauhäher (Cyanocitta cristata) 18.33 Jahre, ein Rotschulterstärling (Agelaius phoeniceus) 15.75Jahre und ein
Rotkardinal (Cardinalis cardinalis) 15.75 Jahre.
Weitere interessante Fakten:
- Der schnellste Vogel: Dieser Rekord wird vom Wanderfalken (Falco peregrinus) gehalten, bei dem Geschwindigkeiten von über 300 km/Stunde gemessen wurden. Dies ist bemerkenswert verglichen mit den 45 km/Stunde, die ein Kolibri schafft. Aber erscheint Ihnen ein Kolibri nicht auch schon schnell, wenn er von einer Blüte zur nächsten saust?
- Der am höchsten fliegende Vogel: die meisten Vögel fliegen nur wenige hundert Meter über dem Boden. Zugvögel können aber in grossen Höhen fliegen, um günstige Winde auszunutzen. Gänse fliegen auf über 8800 m Höhe, um den Himalaja zu überfliegen und der Andenkondor (Vultur gryphus) erreicht eine Höhe von 6500 m. Den Rekord lieferte aber ein unglücklicher Geier in West-Afrika, der auf der unglaublichen Höhe von 11'300 m von einem Flugzeug erfasst wurde.
- Vogelzug: Vögel sind ohne Zweifel die am weitesten reisende Tierarten der Erde. Viele fliegen jedes Jahr von der nördlichen Halbkugel zur südlichen. Die Meeresvögel sind besonders bemerkenswert. Sie verbringen lange Zeitspannen auf der See, manchmal Jahre, ohne zu landen und fliegen von einer Seite der Erde zur anderen. Die Küstenseeschwalbe (Sterna paradisea) ist ein wahrer Champion. Sie zieht jedes Jahr von weit im Norden gelegenen Regionen bis an die Antarktisküste im Süden: Ein Rundflug von ungefähr 35’000 km.
Wenn du Vögel gern hast, dann ist es auch wichtig zu wissen, was diese Tiere gefährdet. Vögel gibt es schon viel langer auf der Erde als all die vom Menschen gemachten Gefahren, die sie umbringen. Millionen von Vögeln kommen jedes Jahr um, weil sie mit Gebäuden, Scheiben, Sendetürmen oder Leuchttürmen kollidieren.
Der Mensch hat ebenfalls sehr schwerwiegende Gefährdungen für Vögel geschaffen, in dem er Tiere und Insekten in andere Gebiete der Erde verschleppt hat. Zum Beispiel gehen Schätzungen davon aus, dass die Hauskatzen jedes Jahr hunderte von Millionen an Vögeln und sogar Milliarden von kleinen Säugetieren wie Kaninchen, Eichhörnchen und Streifenhörnchen in Nordamerika umbringen. Die Siedlungsentwicklung raubt den Vögeln wichtige Habitate sei es in Feuchtgebieten, im Wald oder Feld an Stränden oder in anderen wichtigen Gebieten, die die Vögel zur Nahrungssuche brauchen, vor allem auf ihren langen Zugwegen. Manche Vogelarten sind inzwischen ausgestorben, viele weitere sind stark gefährdet. Wir, die uns für Vögel interessieren, müssen auch unseren Beitrag zu deren Schutz leisten. Wichtig ist, dass wir ihre Lebensräume erhalten. Niemand möchte, dass Vögel oder andere Tiere wegen ihm leiden. Was bekommen wir dafür? Die Möglichkeit diese faszinierenden und schönen Geschöpfe weiterhin beobachten zu können.
Was können wir also tun?
- sich in einem lokalen Vogel- oder Naturschutzverein engagieren
- auf Probleme aufmerksam machen und mit den Leuten zusammenarbeiten, die etwas dagegen erreichen können
- die Ausbildung spielt dabei eine zentrale Rolle. Lerne soviel du kannst und teile dein Wissen mit anderen
Von Shari Carpenter