Der Vogelzug ist wahrscheinlich das faszinierendste Phänomen in der Vogelwelt. Es ist wirklich erstaunlich, dass sich Vögel jedes Jahr in großen Schwärmen sammeln und gemeinsam tausende von Kilometer zurücklegen, um den Winter an einem wärmeren Ort zu verbringen.
Die meisten Vögel ziehen wegen des Futters gegen Süden - es wäre im europäischen Winter schwierig, Insekten, Früchte oder Samen zu finden. Aber in anderen Erdteilen ist es um diese Jahreszeit sehr warm und es gibt ausreichend zu fressen. Der Vogelzug erleichtert also den Vogelarten das Überleben, auch wenn immer wieder einzelne Vögel die anstrengende Reise nicht überleben.
Um die Reise zu überstehen, müssen die Vögel gesund sein, sich viel Fett angefressen haben und neue Federn haben. Nach dem Ende der Brutzeit und bevor sie abreisen wechseln die Vögel also ihr komplettes Federkleid - man nennt dies "Mauser". Das angefressene Fett verteilt sich über den ganzen Körper des Vogels, unter seiner Haut. Die alten, abgetragenen Federn fallen aus und neue wachsen nach.
Während der Reise nehmen die Vögel viele verschiedene Informationen aus ihrem Umfeld auf. Drei Informaionsquellen sind aber von grundlegender Bedeutung für sie - Sonne, Sterne und das Magentfeld der Erde. Die Vögel beobachten beim Fliegen die Position der Sterne und der Sonne und können das Magnetfeld über einen speziellen Rezeptor oberhalb ihres Schnabels wahrnehmen.